GUTE BÜCHER - STARKE TEXTE

JUNGE AUTOREN UND IHRE DEBÜTS

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10/14/16

Frankfurter Buchmesse 2016

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09/18/15

Frankfurter Buchmesse 2015

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09/18/15

Neuerscheinung zur Buchmesse 2015

Der Waran

Caspar Jenny

ISBN 978-3-931140-15-1

Killroy Media, 2015

Killroy Roman

244 Seiten

10/10/12

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Fussballmord

Frank Salewski

ISBN:  978-3-931140-16-8

Killroy Media, 2013

Killroy 10 + 1 Stories

147 Seiten

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Videobeitrag - Kranke Seelen - Radio Bremen TV

Kranke Seelen - Bremer Autor und Lehrer Frank Salewski über Kriegsheimkehrer

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BLITZ!

10/01 Monatsmagazin, Leipzig Gutes Ding Bolognese in der Birne

Philipp Schiemann drückt sich und die Welt.

 

"Letztens hab ich mal auf Anraten und Veranlassung vom Klinikarzt 'ne Schädeltomografie oder so ähnlich machen lassen, und bei der Gelegenheit wurde dann festgestellt, daß ich Löcher im Kopf habe. Deshalb müßt ihr aber jetzt nicht anfangen zu weinen, ich tu es ja schließlich auch nicht." Nee, weinen tut er wahrlich nicht, der Joey, der der Therapie trotzte und wieder voll auf Dröhnung durch die "Suicide City" dümpelt. Bei der Waran-Barbara kann er mal schlafen und vergißt sich auf den Matratzen und in allen Organen. Der Hester wird das Gebiß zertreten. Dem Dirkie wischt die Omi die Exkremente weg. Gloria trägt nur Slip und Cowboystiefel. Georg bekommt die Pfanne mit voller Wucht in die Fresse. Zwischendurch setzt's nicht nur bei Joey sondern bei allen mit solcher Art "Bolognese im Gehirn" aus, aber dann geht die Party ohne Ende weiter. "'Wir haben dir etwas gespritzt', sagt Gloria. 'Oh wie schön', sage ich und kotze mir unspektakulär mit leisem Husten einen kleinen Schwall Galle vor den Latz. Volker muß lachen, und Klaus setzt die Kennermiene auf, rät mir, Heißwasser nachlaufen zu lassen ... Klar, denke ich. Wir werden uns jetzt alle schön vollknallen, und wenn wir dann richtig beyond sind, kommt der große Plan, der uns aus der Scheiße wieder herauskatapultiert. In hohem Bogen. Jaja." Solch Plan und eine Viertelmillion können auf natürlichem Wege nicht ohne weiteres Wirklichkeit werden. Und bis zu diesem großen Reibach treibt eine Pistole für Joey und Konsorten die nötigen Finanzen ein. Und deshalb gibt's dann wieder 'ne Party und weil's so schön war, wird darauf nochmals gevögelt. Da geht noch mehr ab als ohnehin schon. Echt Kacke nur neben aller Scheiße, niemand rückt diesen Helden die Welt wieder gerade, diese Existenz nämlich treibt geradewegs in den Abgrund, und von dort taucht keiner ohne Schaden wieder auf. Aber kurz vorm Nullpunkt irgendwie hat plötzlich Joey von Suicide City genug und wünscht sich den easy way out. Er stürzt einfach los ins andre Leben, und uns Lesern bleibt die Hoffnung, daß er dort auch ankommen möge. Philipp Schiemann hat autobiografische Bezüge dieses Horrortrips nie bestritten. Er ist im anderen Leben, er ist in unsrer schönen, neuen Welt angelangt. Dies kann man nachlesen - die Lektüre empfiehlt sich trotz oder wegen all der Widrig- und Widerwärtigkeiten. Ob sich eine Reise gen Suicide City in Reality lohnt, möge ein jeder selbst entscheiden. Doch Schiemann kann man auch hören, zum einen mit seiner Band Conscious, zum anderen auf Doppel-CD gebrannt. "I'm a poet", sagen darauf zehn Autoren der amerikanischen Westküste. Bis dorten war der Autor bereits auf Lesungstour und hat die Wortgewaltigen des Bay Areas vor sein Mikro gebeten. "I'm a poet", sagt darauf auch Philipp Schiemann höchst persönlich, und wir Leser können ihm lauschen. Live. Neben vielen Einblicken ins Oeuvre werden auch Episoden aus Suicide City geboten. Und, ehrlich, das Original Philipp Schiemann ist so nur mit sich selbst zu vergleichen. Und was wir dank ihm von Menschenkindern hören und lesen können, eröffnet uns sehr andre Welten. Ob wir die näher kennenlernen möchten, bleibt uns Konsumenten überlassen. Für die Bolognese in seiner Birne trägt jeder selbst Verantwortung. Man muß dafür etwas tun, und das ist gut so. Ihr macht's doch sowieso richtig, oder? HK

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